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„Ich komme zu Dir nur mit Karate, den leeren Händen,

ich trage keine Waffen.

Doch sollte ich gezwungen sein, mich zu verteidigen,

meine Prinzipien oder meine Ehre,

sei es eine Frage von Leben oder Tod, von richtig oder falsch,

so sind dies meine Waffen:

Karate, den leeren Händen.“

 

 

(Geschrieben von  SGM Mr. Ed Parker im März 1958)  

 

Die obigen Zeilen verfasste der verstorbene Großmeister des American Kenpo, Mr. Ed Parker. Obwohl ich kein Kenpoist bin, habe ich mir die Freiheit herausgenommen, diese Worte voller Respekt und Hochachtung zu übernehmen da sie kurz und prägnant wiedergeben, was Karate - Do in seinem Wesentlichen ausmachen kann.

 

Trotzdem kam ich nicht umhin, einige für mich wichtige Passagen zu ergänzen, so dass der für mich stimmige Text nun so lautet:

 

  „Ich komme zu Dir (in Frieden) nur mit Karate, den leeren Händen (um zu geben und zu nehmen), ich trage keine Waffen.

Doch sollte ich gezwungen sein, mich (oder die mir anvertrauten) zu verteidigen, meine Prinzipien oder meine Ehre, sei es eine Frage von Leben und Tod, von richtig oder falsch, so sind dies meine Waffen:

Karate, den leeren Händen.“

 

  Hierzu einige Erläuterungen:

 

„Ich komme zu Dir in Frieden...“

 Die grundlegende Haltung in allen zwischenmenschlichen Interaktionen sollte der Wunsch nach Frieden und Toleranz sein. Nur so ist es möglich, offen und unvereingenommen miteinander in den Kontakt zu treten.

 „...nur mit Karate, den leeren Händen, um zu geben und zu nehmen,...“

Eine Begegnung zwischen Menschen oder Kulturen ist nur dann zur beiderseitigen Zufriedenheit, wenn eine Win – Win  Situation entsteht. Beide Menschen (oder Kulturen) sollen durch den Kontakt bereichert werden. Übertragen auf das Karate bedeutet dies, dass nicht nur der Lehrer der Gebende ist und die Schüler die Nehmenden sind, sondern dass ein Lehrer stetig in der Auseinandersetzung mit seinen Schülern von diesen lernt und so permanent an der Entwicklung seiner Persönlichkeit und seiner inneren Haltung arbeitet.

In einem weiteren, auf das Leben bezogenen, übergeordneten Sinn bedeutet es , dass ein Mensch im Leben nicht alles nach seinen Vorstellungen gestalten kann (geben) sondern auch lernen muss, die Grundsätze des Lebens oder die Absprachen, welche ein gesellschaftliches Miteinander regeln, hinzunehmen und zu akzeptieren (nehmen). Die Kunst des Lebens besteht darin, dieses in der Balance zwischen Gestalten und Dulden zu leben. Der Autor Dan Milman spricht in diesem Zusammenhang von der „Hausordnung“, ein Begriff, den ich sehr zutreffend finde.

 „Doch sollte ich gezwungen sein, mich (oder die mir anvertrauten) zu verteidigen, meine Prinzipien oder meine Ehre, sei es eine Frage von Leben und Tod, von richtig oder falsch, so sind dies meine Waffen:

Karate, den leeren Händen.“

Heutzutage sind wir nicht mehr ausschließlich zurückgeworfen auf uns selbst und auf die Erfüllung unserer Wünsche und Vorstellungen, sondern wir stehen vielfach im Kontakt zu anderen Menschen. Aus diesem Kontakt erwächst eine Verantwortung für das Wohlergehen von Freunden, Verwandten, Nachbarn, Kollegen usw., kurz: Man kümmert und sorgt sich umeinander.

Nun sind wir nicht in der Bronx oder in den Slumvierteln von Rio zuhause, in welchen man vielleicht tagtäglich genötigt ist, seine Haut teuer zu verkaufen. Auch lebe ich nicht in Hamburg, Frankfurt oder Berlin, sondern im eher beschaulichen Westfalen und bin, Gott sei Dank, noch nie in einer Situation gewesen, in der ich mein Leben verteidigen musste.

In diesem Zusammenhang bedeutet die o.g. Passage das Einstehen für seine Werte und Grundhaltungen im Leben, den Mut zur Zivilcourage, das sich einmischen, wenn etwas zu Unrecht geschieht und das nicht hinnehmen von Repressalien. Die „Waffen“ dazu gibt uns in der Tat das Karate: Die Aufmerksamkeit für das, was um uns herum geschieht, die Zähigkeit, uns auch gegenüber Widerständen zu behaupten, die Intuition, das Richtige im richtigen Moment zu tun und das Vertrauen auf die Sinnhaftigkeit des Lebens.

Und trotzdem können Umstände eintreten, in denen mein Leben oder das meiner Familie bedroht wird. Und dann, wenn alles andere versagt hat, Erklärungen, Kompromisse oder Flucht nicht mehr gegeben sind, dann wird Karate das, was es von Anfang an wahr: Eine Kampfkunst, eine Waffe, durch welche die Frage nach Leben und Tod beantwortet wird: Ippon – ein Leben! 

 

„Die äußere Haltung ist der Ausdruck der inneren Einstellung“ (M.W.)

 

 

Karate-Do ist meine Übung auf dem WEG

 

Als Schüler-in des Shudokan-Ryu Karate-Do lebe und erforsche ich diesen Weg der

 alltäglichen Übung

wachsam und neugierig, um meine körperlichen, geistigen und seelischen Möglichkeiten

 zu entfalten,

sie sorgsam zu pflegen und ihren harmonischen Einklang zu fördern.

Dabei sollen mich leiten und erfüllen:

Achtung vor dem, was ich selbst bin 

Ehrfurcht vor allem Leben

 Liebe und Vergebung

 Dienen und Teilen

Demut und Geduld

 

 Ich lebe und handele im Geist des Friedens

Das Wissen und Können, das ich mir während des Studiums des Karate-Do aneigne,

verspreche ich nicht für eigennützige Zwecke zu mißbrauchen.

Ich verzichte auf Gewalt! Nur im äußersten Notfall setze ich Karate

zum Schutz von Hilfsbedürftigen oder zur Selbstverteidigung ein.

Ich kämpfe nicht mehr gegen ... ,

ich setze mich mutig auseinander mit ... und setze mich entschieden ein für ... !

 

Freiheit und Frieden erwachsen aus meinem Mut zur Wahrheit

Mein Mut zur wahrhaftigen und hinnehmenden Achtsamkeit im nur-Hier-und-Jetzt,

befreit mich von meiner Ich-Verhaftung und öffnet mir Herz und Geist für

das leere GewahrSein, - für mein Wahres-Selbst.

 

 









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